Spektakel - Aktuelles

Historienspektakel 2022 - Sowas gab’s in der DDR nicht!

Eine Zeitreise in die Jahre 1984-1990 lässt Omas und Opas der heutigen Zeit nicht selten in Erinnerung schwelgen. Besonders die rasanten technischen Entwicklungen, das Vorhandensein von Autos, Wohnungen, Telefonen und Lebensmitteln (oder auch nicht: man beachte die Preise für Öl und Senf) sowie der Umgang miteinander im Vergleich von früher und heute werden häufig diskutiert. Dabei darf sich die heranwachsende Generation regelmäßig das Nicht-Vorhandensein diverser Produkte in Zeiten der DDR zu Gemüte führen und staunt dabei über die unbekannten Bezeichnungen und Ideen, die Oma und Opa regelmäßig zum Besten geben: Bück-dich-Ware oder Fidels Rache sind heutzutage auf jeden Fall nicht mehr jedem bekannt. Dabei bleiben Geschichten über Bespitzelungen eigener Familienangehöriger natürlich nicht aus. 

Doch auch wenn wir regelmäßig über die Unterschiede zur damaligen Zeit staunen, gab es die ein oder andere Sache auch schon in den Jugendjahren unserer Eltern und Großeltern: eine schwierige Liebelei (zu einem Stasi-Spitzel), Streitereien über Berufswünsche, kontroverses Verhalten und feucht-fröhliche Zusammenkünfte auf Betriebsfeiern des AWP, die nicht immer ohne Folgen blieben. 

All dies und noch vieles mehr bringt das diesjährige Historienspektakel mit seinen zahlreichen Laiendarsteller:innen und fleißigen Helfer:innen nach der langen Zwangspause mit viel Witz, Humor und Kommentaren aus der heutigen Zeit auf die Bühne.

 

„Sozialistisches Kollektiv“ rettet Historienspektakel 

Toni Matzdorf, seit 2007 Mitwirkender im Verein des Historienspektakels und seit 2016 auch Hauptautor der Texte, wird Ende 2019 von seiner Muse verlassen. Um das Historienspektakel zu retten eilt das sozialistische Kollektiv natürlich zur Hilfe und veranstaltet ein ganztägiges Brigadentreffen, um mit vereinten Kräften ein Textbuch zu schreiben, das das Volk der Stadt Prenzlau wie gewohnt belustigt. Dem sozialistischen Kollektiv zugehörig ist unter anderem Stephanie Schilling. Schon zu DDR- Zeiten engagierte sie sich als Pionierin in der Position der Wandzeitungsredakteurin sowie als Agitator in der FDJ. Dem sozialistischen Grundgedanken ein wenig entglitten, verbrachte sie das Pfingsttreffen 1988 verkatert im Palast der Republik, trat mit der Wende, trotz ihrer Minderjährigkeit, aus der FDJ aus und verbrannte ihren DSF- Ausweis. Dass die sozialistische Erziehung im Elternhaus dann doch noch Früchte trug, bewies sie im Erwachsenenalter und bis heute, indem sie tatkräftig und gemeinnützig das Historienspektakel Prenzlau als Regisseurin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende unterstützt und jedem Subotnik tatkräftig beiwohnt. Auch Gudrun Schlanert unterstützt den Verein weiterhin mit voller Kraft, was sich bereits in jungen Jahren in ihrem Alltag in der DDR abzeichnete. Sie war nicht nur im VEB Kondensatorenwerk tätig, sondern engagierte sich zusätzlich im FDGB, um Frauentagsfeiern, Gedenktage und die Verteilung von Urlaubsplätzen zu unterstützen. Nicht zuletzt war sie in diesem Betrieb auch FDJ- Sekretärin - immer zum Wohle der Gemeinschaft. Zusätzlich wurde das Kollektiv tatkräftig Martin und Anna-Lena Hintze unterstützt, die sich beim Subotnik des Historienspektakels nicht nur kennen, sondern lieben lernten. Er, Fachkraft für Veranstaltungstechnik, unterstützt den Verein seit Jahren mit dem familienzugehörigen Unternehmen. Sie, Grundschullehrerin, überarbeitet regelmäßig die Textbücher und formuliert gemeinsam mit den anderen die kreativen Ideen aus, sodass die Schauspieler:innen auch was auf die Bühne bringen können. Diese beiden bestätigen das Weiterleben des sozialistischen Geistes in Form von Verantwortungsbereitschaft, spontaner Mitwirkung und gegenseitiger Unterstützung bei Tag und Nacht - stets zum Wohle des Vereins. 

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